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Corsair HX1500i 2023 ATX-3-Netzteil im Test - Allein in der Hochleistungsklasse

HX1500i - für preisbewusste Enthusiasten quasi alternativlos  

Corsair hat innerhalb gut eines Jahres 2023 sein komplettes Portfolio an Netzteilen aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht. Die meisten neuen Modelle entsprechen dabei dem ATX 3 Standard und alte Serien wie das beliebte Corsair RMx 2021 sind zum größten Teil nur noch als Auslaufmodelle verfügbar.

Im Zentrum des Netzteil-Geschehens stehen daher bei Corsair jetzt die aktuelle Corsair RMx Shift Serie, die als erstes ATX3-Netzteil mit neuem innovativem Kabelmanagement vorgestellt wurde und neuerdings auch in weiß verfügbar ist, sowie das kleinere Corsair RMe Modell und das besonders gelungene SFX-L Modelle Corsair SFL. Zu allen Modellen sind die entsprechenden Netzteiltests bei uns verfügbar.

Das aktuell aufwendigste ATX-3-Netzteil im Corsair Programm ist das Corsair HXi 2023, von dem wir bereits die 1000 Watt Version begutachtet haben. Es fehlt allerdings noch die 1500 Watt Variante, die wir uns in diesem Artikel vornehmen. Während unseres Test ist auch noch ein 1200 Watt Modell erschienen, das wir uns vielleicht auch noch ansehen werden.

Das 1500-Watt-Modell ist in sofern besonders, da es quasi allein auf weiter Flur steht und als derzeit einziges ATX3 1500W Netzteil existiert, das mit digitaler Überwachung ausgestattet ist und somit mit Corsairs iCUE oder auch HWInfo zusammenarbeitet. Dank der digitalen Features kann das HXi Temperatur, Effizienz, Spannungen und direkte Verbrauchswerte liefern. Zudem ist die Umschaltung zwischen Multi- und Single-Rail-Betrieb und das Einstellen der Lüftersteuerung per Software möglich.

Das Netzteil ist in seiner Leistungsklasse dazu auch noch preislich extrem attraktiv, denn gegenüber dem Vorgänger aus dem Jahr 2022 hat sich nicht einmal die UVP geändert. Das Netzteil kann im üblichen Handel oder aber auch direkt über den Corsair-Shop bestellt werden und ist ab etwa 300 Euro zu bekommen, was für ein Netzteil dieser Leistungs- und Ausstattungsklasse wirklich nicht viel ist.

Optisch setzt auch das HXi 2023 wieder auf das standard Corsair Gehäusedesign, welches aktuell von allen Modellen genutzt wird, aber die Größe  des Netzteil lässt schon erkennen, das es sich hier um einen 1500 Watt "Klopper" handelt. Das HX1500i ist nämlich 20 cm lang und damit kein Kandidat für kompakte Gehäuse.

Technisch werden wie bei den meisten Platinum-Netzteilen hochwertige Techniken eingesetzt. Hier eine Half-Bridge LLC Topologie und SR & DC-DC-Wandlung. Bei den 105°C-Kondensatoren, die verbaut sind, werden 100%  japanischen Hersteller versprochen.

Die üblichen Schutzschaltungen sind natürlich mit an Board. Dass heißt Überlastschutz, Überspannungsschutz, Kurzschlussschutz, Unterspannungsschutz, Überstromschutz und auch ein Überhitzungsschutz.

Als Lüfter kommt hier ein Magnetic Levitation Lüfter zum Einsatz, der mit einem per Software umschaltbaren Zero RPM Mode arbeitet.

Die Garantiezeit auf der HXi Serie liegt weiterhin bei 10 Jahren.

ICUe 5 Support

Die zum Netzteil gehörende Software iCUE hat Corsair vor kurzem erst überarbeitet und auf Modalität umgestellt. Die Software installiert nun nur noch die Module zu der Hardware, die am System erkannt wurde, wodurch die Installation viel schneller vonstatten geht und auch die Installationsgröße merklich schrumpft.

Das Netzteil besitzt einen USB-C Anschluss um so eine Verbindung zum PC Herzustellen und die Kommunikation mit der Software zu ermöglichen. Mit der Software kann man dann eine Vielzahl von Funktionen ausführen. Das wichtigste hierbei sind die Umschaltung von Single- auf Multirail-Betrieb und die Überwachung des Netzteils. Hierbei sind besonders die Effizienz und die Verbrauchswerte spannend.

Wer sich fragt wie genau diese Angaben sind, auch das haben wir bereits bei der 1000 Watt Variante getestet. Grob gesagt kann man sagen das die Angaben in Ampere zu den jeweiligen Schienen 12V, 3.3V und 5V recht genau sind und bis auf einen Fehler von 0,5 bis 1 A passen. Die Angaben zum Verbrauch auf der DC-Ausgangsseite, also wie viel der PC an Leistungsaufnahme hat sind ebenfalls recht gut und in der Regel bis auf Fehler von 10 bis maximal 20 Watt genau. Etwas ungenauer ist die AC-Eingangsleistung. Hier kann die Angabe schon mal bis zu 40 Watt daneben liegen. Insgesamt ist das System aber absolut brauchbar um eine Abschätzung des Verbrauches der Komponenten zu sehen. Leider zeigt die Software nicht den Verbrauch an einzelnen Anschlüssen an.

12VHPWR/12V-2x6 Kabel und Anschluss

Viele der ATX3-Netzteile von Corsair besitzen am Netzteil keine native 12VHPWR-Anschussbuchse, sondern verwenden einfach einen Adapter mit 2 x 8 Pol PCIe-Anschluss auf 12VHPWR-Stecker. Technisch ist die Lösung im Moment als gleichwertig anzusehen, weil kein ATX3-Netzteil derzeit eine dynamische Zuweisung der Sense Leitungen oder andere spezielle bei ATX3 vorgesehene Features nutzt. Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass die Corsair Netzteile so direkt für den neuen 12V-2x6-Anschluss bereit sind. Dieser unterscheidet sich nämlich nur in der Buchse und nicht im Stecker. Und die Buchse ist beim HXi eben gar nicht vorhanden.

So kommt es dann auch, dass Intel selbst, das Corsair HX1000i (RPS0131) und das HX1500i (RPS0132) als ATX 3.1 kompatibel kennzeichnet, auch wenn das Netzteil von Corsair selbst als ATX 3.0 gelistet ist.

Beim Corsair HXi weißt daher wie bei den anderen Modellen auch, ein kleiner Schriftzug in der oberen Ecke der Verpackung auf die Vorgesehene Leistung des 12VHPWR-Anschluss hin. Diese liegt beim HXi 1500 bei 600 Watt, was dann Lastspitzen von bis zu 1800 Watt nach der ATX 3 Norm entspricht.

Technische Details, Spezifikationen, Kabel und Lieferumfang

Bei den technischen Leistungsdaten folgt das Modell dem üblichen Standard. Interessant hierbei ist aber, dass das HXi wieder die -12V Spannung mitführt, die beim RMx Shift weggelassen wurde. Auch das deutet natürlich daraufhin, das hier die alte bereits ziemlich gute HXi 2022 Plattform auf ATX3 "modernisiert" wurde.

Spezifikationen Leistung
Modell 1000 Watt 1200 Watt 1500 Watt
Leistung gesamt W 1000 1200 1500
Peak Leistung W = = =
12V-Gesamt A/W 83.3
999.6
100
1200
125
1500
12V-Rails 1 1 1
Leistung Multirail A - - -
Leistung 3.3/5V W gesamt 150 150 150
3,3V A 25 25 25
5V A 25 25 25
-12V A 0.3 0,3 0.3
5 V SB A 3 3 3

Bei den Anschlüssen sehen wir wieder den alten Modularen Standard, den wir bereits genauso von der HXi 2022 Serie kennen. Hier gibt es somit wenig auffälliges zu berichten, da ja der 12VHPWR Anschluss über ein Adapterkabel bereitgestellt wird.


Kabelkonfiguration
      1000 1200 1500
  Länge mm Typ Kabel x Stecker
ATX 24-pin 610 sleeve 1x1 1x1 1x1
EPS / ATX12V 4+4Pin 640 flach 2x1 2x1  3x1
PCIe 5.0 - 12VPWHR
Leistung
650 flach 1x1
450W
1x1
600W 
1x1
600W
6+2-pin PCIe 675/100 flach 2x2 2x2 2x2
SATA #1 455/115/115/115/115 flach 2x4 2x4 2x4
SATA/Molex 450/100/100/100/100 flach 2x4 2x4 2x4
Floppy     0 0 0
           

Testverfahren Test-Equipment

Für den Test des Netzteils nutzen wir die Lastverteilung, die nach der 80-Plus-Spezifikation für die verschiedenen Schienen vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um eine symmetrische Verteilung, die alle Schienen gleichmäßig nach ihrer maximalen Leistung beansprucht.

Das Diagramm unten zeigt die genutzten Lasten im Vergleich zur maximal möglichen Ampere-Leistung. Diese Verteilung entspricht im Test 100% Last. 0 % Last bedeutet, dass das Netzteil mit jeweils 0 Ampere Einstellung am Load-Tester läuft und lediglich die Spannungen der einzelnen Schienen ohne zusätzliche Last gemessen werden. Es ist also an alle Schienen nur ein Voltmeter in Betrieb und das Netzteil läuft ansonsten im Leerlauf. Für den gesamten Ablauf halten wir uns eng an das von 80 Plus vorgegebene messverfahren mit kleinen Abweichungen, die wir aus praktischen Gründen vornehmen. z.B. werden bei uns die Spannungen nicht direkt am Stecker gemessen sondern auf der "Platine", was die Spannungen in der Regel aufgrund des Übergangswiederstands etwas reduziert und damit die Effizienz verschlechtert. Wir messen also im Gegensatz zu 80 Plus hier den "Worst Case".  

Gerade wenn es darum geht kleinste Unterschiede in der Effizienz zu bestimmen und so ein Netzteil qualitativ einordnen zu wollen, ist extrem teures professionelles Messequipment unabdingbar. Bei günstigen Messgeräten sind die Messtoleranzen so hoch, dass eine korrekte Einschätzung der Performance im Vergleich zu anderen Netzteilen kaum möglich ist. Gerade wo die Netzteile in den letzten Jahren immer enger zusammenrücken.

Wir werden In Sachen Testequipment direkt vom deutschen Chroma Service Center unterstützt. Chroma ist auf professionelles Testequipment zur Effizienzmessung spezialisiert und unterstützt uns mit Know-How in Sachen Messtechnik. Die Messtechnik von Chroma gilt im Bereich der Netzteilproduktion und Qualitätskontrolle als Referenz.

Unser Setup für die Netzteil-Tests ist von uns selbst zusammengestellt und besteht aus folgenden Komponenten:

  • Chroma 66202 Power Meter
  • Chroma High-Speed DC Loads bis 3600 Watt
    • 10x Chroma 63303 a 300W
    •  4x Chroma  63302 Dual Load a 2x100 W
    •  1x Choma 63306 a 600W OPP/ OCP testing
    •  4x Croma 63301 a 200 w in Reserve
  • Chroma AC Source 6420 2 KW
  • Chroma AC Source 61505 4 KW PLD-Simulation
  • Keysight 34460A 6,5 Digit Tisch-Multimeter zur Spannungskontrolle 
  • 4x Rigol DS1054Z Oszilloskop 4x4=16 channels
  • Fluke 80i-110s AC/DC-Stromzange (100 A) Inrush, Holdup etc.
  • weitere Messgeräte wie Low-Voltage-Differentialtasköpfe etc. sowie diverse Kleinteile, Anschlüsse, Adapter usw.

Das gesamte Testequipment ist unser Eigentum und wurde von uns selbst angeschafft. Es wird nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt und wurde auch nicht von Netzteilherstellern gesponsert. Wir sind diesbezüglich also völlig unabhängig.

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