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Internetgiganten liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um hauseigene Prozessoren

Dienstag, 03. Jul. 2018 13:49 - [tj]

Internetgiganten wie Google und Facebook investieren hohe Summen in die Entwicklung hauseigener Prozessoren. Das Rennen ist völlig offen.

Noch vor etwa einem Jahrzehnt waren die Rollenverteilungen ziemlich eindeutig. Da waren auf der einen Seite die Hardware-Hersteller wie Intel, AMD und Nvidia, die die notwendige Hardware zur Verfügung stellten, und auf der anderen Seite die Software-Entwickler und Dienstleister, die die Hardware mit Magie füllten. Ältere Semester mögen sich beispielsweise noch an die Wortschöpfung "Wintel" erinnern, die zeigt, in welch enger Synergie Hard- und Software-Hersteller einst agierten.

Doch in Zeiten von Mobil-Boom, vernetzten Haushalten und smarten Geräten ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Zukunft der Computerbranche entstanden. Nicht mehr nur die Platzhirsche Intel und AMD mit ihren mächtigen aber auch aufgeblähten x86-Plattformen sowie AMD und Nvidia mit ihren Grafikprozessoren mischen im Hardware-Markt mit. Dank der frei lizensierbaren ARM-Architektur, die mittlerweile in Abermillionen Geräten zum Einsatz kommt, ist das Rennen um die zukünftige Standard-Plattform völlig offen.

Internetgiganten liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um hauseigene Prozessoren

Google-TPU lässt aktuelle GPUs um 50 Prozent hinter sich

Dazu kommt, dass die neuen und zukunftsweisenden Anwendungsbereiche wie VR, KI und maschinelles Lernen vor allem kleine aber leistungsstarke Speziallösungen benötigen. Und genau hier wollen nun auch die zahlreichen Webgiganten ins Spiel kommen, darunter Google, Microsoft, Facebook, Amazon und Alibaba. Letzteres ist so etwas die das asiatische Pendant, das die zuvor genannten Dienste in einem Unternehmen bündelt.

Am weitesten sei dabei Google, wo die Entwickler laut DigiTimes eine TPU (Tensor Processing Units) entwickelt haben, die das Maschinelle Lernen gegenüber aktuellen GPU um 50 Prozent beschleunigen soll.

Auch Microsoft ist bereits seit Jahren in der CPU-Forschung aktiv und hat vor einiger Zeit einen Prototyp eines EDGE-Prozessors vorgestellt. Die EDGE-Architektur könnte einst die aktuellen RISC- und CISC-Architkturen ablösen und soll den Weg für Prozessoren mit einer Leistung von einem Teraflop ebnen.

Auch die zweite Generation der Augmented-Reality-Brille HoloLens soll auf einem eigens entwickelten Prozessor basieren. Die sogenannte HPU (Holographic Processing Unit) soll die von den Sensoren gelieferten Daten auswerten und verarbeiten. Die HPU soll auch in zukünftigen Microsoft-Produkten zum Einsatz kommen und an andere Hersteller verkauft werden.

Internetgiganten liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um hauseigene Prozessoren

Schwere Zeiten für Intel?

Durch die Expansion der Internetgiganten in die Hardware-Branche könnte vor allem der jahrzentelange Marktführer Intel gefährdet sein, der derzeit an zahlreichen Fronten gleichzeitig bestehen muss. Neben der Konkurrenz durch ARM-SoCs für den Serverbereich und den Speziallösungen der Internetgiganten macht AMD mit seinen Multi-Core-CPUs im Desktop-Segment wieder Druck.

Dass Intel nun womöglich auch noch den Release Ice-Lake-Plattform verschieben muss, wie die DigiTimes erfahren haben möchte, macht die Situation auch kurzfristig nicht besser.

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