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Seasonic Prime Titanium Fanless im Test (11/11)

Fazit

Nach unserem ausgiebigen Test des Seasonic Prime Titanium waren wir auf die passive Variante von Sea Sonics Top-Netzteil natürlich bsonders gespannt und haben uns für den Test auch wieder etwas Zeit genommen. Gut Ding will eben Weile haben.

Das Testen von Netzteilen der Luxusklasse, wozu man das Prime Titanium Fanless definitv zählen muss, wird zunehmend komplizierter und lässt sich nur noch mit recht hohem Zeitaufwand und extrem guten Equipment durchführen. Die neue Seasonic Generation ist was die Spannungsregulation angeht so gut, dass wir zum Teil an die Grenzen unseres Messequipments stoßen.  Bereits ein einfaches Wackeln an einem Stecker oder ein nicht richtig sitzendes Kabel würde die Messungen eines solchen Netzteil drastisch verschlechtern.

Wenn man sich die Effizienzwerte des lüfterlosen Netzteils anschaut, so waren wir recht überrascht, dass dieses Modell nicht etwa schlechter als das aktive Prime, sondern eher besser abschneidet. Das Prime Titanium Fanless hat so geringe Verluste, dass es quasi im gesamten relevanten Lastbreich von 20 bis 100%, also von 120 bis 600 Watt, mit einer Effizienz von 94 % und mehr arbeitet. Unter Volllast, komplett ohne aktive Kühlung liefert das Modell eine Effizienz von ziemlich genau 94% und ist damit besser als die meisten aktiven Netzteile.

Unter 100 Watt Last liegen die Verluste in einem Bereich von 4 bis 7 Watt! Die Effizienz sinkt dort zwar, ist aber immer noch so hoch, das absolut gesehen extrem wenig Verlust zu sehen ist. Im Bereich um die 30 Watt, wo bei vielen modernen PCs der Idle-Verbrauch liegt, arbeiter das Seasonic Prime Titanium Fanless schon mit einer Effizienz von über 80 %, Tendenz nach oben bei mehr Last deutlich steigend.

Das Prime Titanium von Sea Sonic war eines der ersten Netzteile, die mit eine Spannungsregulation von weniger als 0,5 % aufwarten konnten. Wir hatten eigentlich nicht erwartet, das Sea Sonic das auch beim passiven Modell so einhalten kann, aber weit gefehlt, denn das Prime Titanium Fanless steht dem aktiven Modell in nichts nach. Auch hier sieht man Spannungsschwankungen nur auf der zweiten oder gar dritten Stelle hinter dem Komma. Insbesondere Overclocker, die auf stabile Spannungen wert legen, finden hier genau das was sie suchen. Nur sehr wenige andere Netzteile, unter anderem das Corsair AX1600i  (Ein 500 Euro Netzteil) können sich in der Disziplin mit dem Seasonic Netzteil messen.

Bei der für Overclocker auch interessanten Ripple und Noise steht das Prime ebenfalls gut da, verschenkt aber ein wenig Potential auf dem ATX-Stecker, wo die Ripple aufgrund von Störungen etwas höher ausfällt als auf der EPS und PCIe Leitung. Ansonsten lassen sich beim Prime Titanium Fanless kaum Kritikpunkte finden. Die Schutzschaltungen funktionieren gut bis sehr gut, die Timings und das Housekeeping sind gut und insbesondere die Holduptime ist mit über 30 ms extrem hoch und wird so von kaum einem anderen Netzteil erreicht.

Die Kabellängen fallen beim derzeit besten passiven Netzteil von Sea Sonic in Teilen etwas knapp aus. So hat man zwar bei der voll modularen Konfiguration die Option kurze und lange Kabel zu nutzen um Kabelwirrwarr zu sparen, sollte man aber einen großen Tower verwenden, so sind die kurzen Kabel vermutlich leider etwas zu kurz.

Die Verarbeitung des Netzteils ist erstklassig und bei einer Garantie von 12 Jahren erübrigt sich fast zu sagen, dass Sea Sonic hier nur hochwertige Komponenten verbaut, denn anders würde einem die lange Garantiezeit wohl auch auf die Füße fallen. Das Gehäuse des Netzteils ist ebenfalls Qualitativ hochwertig, besitzt aber aufgrund der notwendigen vielen Öffnungen für die Kühlung nicht das schicke Design der aktiven Prime Modelle. Auf Bling-Bling verzichtet man bei Sea Sonic sowieso aus Tradition.

Was die Laustärke angeht, erübrigen sich viele Worte, denn ohne Lüfter arbeitet das Netzteile erst mal geräuschlos. Elektronische Geräusche konnten wir zwar mit viel Aufwand nachweisen, aber der Level zu dem diese bei unserem Sample aus dem Handel auftreten ist sehr gering. Um dem Netzteil ein paar Sounds zu entlocken waren Lastwechsel von 540 Watt also fast von 0 auf 100 % bei 6 bis 7 KHz nötig. Aber selbst damit schnitt das Netzteil recht gut ab und zeigte sich weniger empfindliche als andere passiv Netzteile, die zum Teil durch heftiges Pfeiffen aufgefallen sind.

Fassen wir kurz zusammen. Das Seasonic Prime Titanium Fanless, ist das derzeit einzige passive Netzteil seiner Klasse. Das betrifft nicht nur die Effizienz, die in weiten Teilen auf unglaublichen 94-95% liegt, sondern auch viele andere Aspekte des Netzteils. Der Preis ist mit etwa 190 Euro zwar recht hoch, aber dafür bekommt man hier auch Technik und Leistung vom Feinsten geboten. Und was die Geräuschkulisse angeht, wird es leiser als das Prime Titanium Fanless nicht mehr gehen. In der Klasse bis 600 Watt darf sich das lüfterlose Seasonic definitiv zu absoluten Top-Klasse zählen und hat uns tatsächlich noch etwas mehr Überzeugt als das normale Prime Titanium mit Lüfter.

Vorteile

  • Bis zu 95 % Wirkungsgrad bei 230V
  • > 94 % Wirkungsgrad von 120 bis 600 Watt Last
  • Insgesamt sehr gute Effizienz über alle Lastbereiche
  • Extrem gute Effizienz im niedrigen Lastbereich
  • Erstklassige Spannungsregulation
  • Gute Restwelligkeit
  • 12 Jahre Garantie

Nachteile

  • Hoher Preis
  • Zwei PCIe 8-Pol Stecker an einem Kabelstrang mit 7 Pol-Anschluss am Netzteil

2.06.18 / rj



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