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Günstiger Gamingrechner aus dem PC-Fachhandel - geht das? (2/9)

Dualcore geordert, Triplecore erhalten

Eine große Überraschung gab es, als wir unter Windows den Gerätemanager anwählten. Anstelle des georderten AMD Phenom X2 war laut Windows 7 ein AMD Phenom X4 im System verbaut. Etwas genauere Infos dazu brachte der Einsatz des Tools CPU-Z, das die CPU als einen Prozessor der AMD Phenom X4-Familie erkannte und als AMD Phenom X3 betitelte. Passend dazu fand CPU-Z auch drei aktive Kerne.

Genauere Informationen brachte auch das BIOS zunächst nicht. Die System Information im BIOS meldete ebenso wie Windows 7 einen AMD Phenom X4 B50. Die Antwort auf das Rätselraten um das Namenswirrwar brachte schließlich das Cell-Menu des MSI 770-C45-Boards, in dem die Funktion „Unlock Cores“ aktiviert war und manuell drei Kerne ausgewählt waren. Deaktiviert man die freigeschalteten Kerne, wird der Prozessor ordnungsgemäß als AMD Phenom X2 550 erkannt. Mit vier aktivierten Kernen weigerte sich das System Windows zu laden und hängte sich auf.

CPU-Z-Anzeige beim BB X2+

Ein weiterer Kern von Werk aus freigeschaltet

Möglich wird die Freischaltung der Kerne durch die Verwendung bestimmter Boards mit dem AMD 770-Chipsatz und speziell angepassten BIOS-Versionen, die es erlauben, deaktivierte Kerne der AMD-CPUs zu reaktivieren. Diese sind bei AMD-Prozessoren oftmals nicht defekt, sondern nur aus Gründen der kostensparenden Produktion deaktiviert.

Das liegt daran, dass bei AMD zunächst alle Prozessoren als X4-CPUs produziert werden. Verfügen einzelne Prozessoren über defekte Kerne, werden diese deaktiviert und anschließend als X3 oder X2 verkauft. Durch eine gute Ausbeute sind aber oftmals mehr als die zwei oder drei Kerne intakt, so dass AMD weitere Kerne einfach abschaltet.

Nachfrage beim Händler

Unsere Nachfrage beim Unternehmen Bits & Bytes brachte dann auch die Bestätigung. Dem technischen Leiter der Werkstatt zufolge würden alle Rechner der Gamingserie BB X2+ mit einem Phenom X2 ausgestattet und als solche beworben. Man habe aber bei der Zusammensetzung der Komponenten bewusst darauf geachtet, sich die Option offen zu halten, die deaktivierten Kerne zu aktivieren.

Da man aber nie garantieren könne, dass letztendlich mehr als zwei Kerne im Rechner fehlerfrei arbeiten, bewirbt man den Rechner mit einem Dualcore und gab dem System den Namen „X2+“. Den Erfahrungen der Werkstatt zufolge könnte aber in der überwiegenden Zahl der Fälle mindestens ein weiterer Kern aktiviert werden, in einigen Fällen auch beide.

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