TweakPC



GPU und CPU und ihre Zukunft - Interview mit NVIDIA, ATI, Intel und Matrox (20/22)

Frage 8 - In 30 Jahren

Weissagung und Prohezeihung

Zafiris Kalantzis, TweakPC: Vor 30 Jahren war ein Computer kaum leistungsfähiger als eine elektronische Schreibmaschine. Er besaß einen 1 MHz Prozessor, 4 KByte Arbeitsspeicher und konnte 80 KByte Daten auf eine 5,25“ Diskette sichern. Festplatten gab es damals noch keine. In diesen 30 Jahren hat sich der Computer nicht nur technisch weiter entwickelt. Er hat sich auch ideologisch verändert. Er ist gesellschaftsfähiger, mobiler und modischer geworden. Er übernimmt nun auch viel mehr Aufgaben, hat sich stärker in den beruflichen und privaten Alltag eingebunden. Er erspart uns Arbeit, unterhält uns, bildet und informiert uns. Wie könnte sich diese Entwicklung noch weiter steigern? In weiteren 30 Jahren?

Allgemeine Frage 8: Wie wird Ihrer Meinung nach ein normaler Computer in 30 Jahren aussehen? Und warum wird dies so sein?

Lars Weinand, NVIDIA: Persönlich glaube ich, sehr klein und Leistungsfähig und vernetzt. Da Anwender immer mehr Datenmengen bewältigen müssen, also immer mehr Informationen, wird die visuelle Darstellung einen sehr wichtigen Stellenwert einnehmen.

Michael Schmid, AMD: Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich habe gerade mal versucht, mich an meinen ersten Computer zu erinnern. Das war vor ca. 15 Jahren ein 286er mit 16 Mhz und Grünmonitor. Wenn ich jetzt versuche mir auszumalen was in 30 Jahren sein soll, würde ich sagen, es wird wahrscheinlich so ähnlich werden wie auf der Brücke der USS Enterprise in Star Trek. Aber ernsthaft, ich glaube diese Frage kann niemand beantworten.

Bengt Hessel, MATROX: Evtl. existieren nur noch mobile oder Thin-Client-ähnliche Computer. Das würde zumindest zu den “Überall-Internet“- und “Allways-On“-Trends passen.

Martin Strobel, INTEL: Wir investieren jährlich in etwa 6 Milliarden Dollar in die Forschung und die Entwicklung. Im Fokus liegt hier die Umwelt, das Gesundheitswesen, Visual Computing, drahtlose Kommunikationstechniken, das sogenannte Tera-Scale Computing und vieles mehr. Wir schauen bei all diesen Aktivitäten so in etwa 10-15 Jahre in die Zukunft, bei einzelnen Projekten auch etwas länger und manche Projekte sind Grundlagenforschung. In der Zukunft wird der Computer - wie auch schon heute - verschiedene Formen annehmen. Heute stehen die offensichtlichen Computer in Rechenzentren, unter unserem Schreibtisch oder stecken in Form eines Laptops in unseren Rucksäcken. Alle diese Geräte sind miteinander über das Internet verbunden. Aber Geräte wie Mobiltelefone, TV-Geräte und andere Produkte der Unterhaltungselektronik bekommen auch immer mehr Zugang zum Internet und damit übernehmen diese Geräte auch immer mehr klassische Computeraufgaben. Die sogenannte Digitalisierung wird sicherlich weiter zunehmen und neue Geräte zu Computern machen.

Frage 8 - Quintessenz

Zafiris Kalantzis, TweakPC: Wie die Zukunft des Computers aussehen wird, kann langfrisitg wohl niemand sagen. Doch bis auf weiteres dürfen wir uns zunehmend mehr auf die Schlagworte „Vernetzter“, „Mobiler“ und „Visueller“ freuen. Wer dagegen wirklich eine langfristige Prognose wagen möchte, kann sich unter anderem auf Moores Law stützen, dass in 30 Jahren eine über 30.000-mal komplexere Prozessorarchitektur voraussagt. Und legt man die Entwicklung der letzten 15 Jahre zugrunde, dann dürfte die Menge des verwendeten Hauptspeichers auf 64 Terabyte anwachsen und die Festplattenkapazität sogar auf 256 Petabyte (256.000 Terabyte). Doch sofern dies überhaupt zutrifft, wirft es wieder neue Fragen auf. Zum Beispiel, was dies für Anwendungen sein werden, die solch eine Leistung benötigen.

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